ChemieGeschichte(n) – 20. Mai 1875
Maß halten – Abschluss der Meterkonvention

Unter der Überschrift „ChemieGeschichte(n)“ wirft das VAA Magazin einen Blick auf Meilensteine der chemisch-pharmazeutischen Wissenschaft und Praxis. Im Mittelpunkt stehen Personen, Dinge oder Ereignisse, die Geschichte gemacht haben und deren Einflüsse bis heute spürbar sind.
Am Ende hing es an den Russen: Die im März 1875 in Paris begonnenen Gespräche zur Meterkonvention hatten einen toten Punkt erreicht. Bevollmächtigte und Experten aus 24 Ländern waren in der französischen Hauptstadt zusammengekommen, um die Grundlagen für ein einheitliches Maß- und Gewichtssystem zu legen. Die entscheidenden Vorarbeiten hatte Frankreich geleistet – und beanspruchte infolgedessen, alleiniger Hüter von Urmeter und Urkilogramm zu sein.
Zwischen den Verhandlungsrunden versuchten die Franzosen, die Konferenzteilnehmer auf ihre Seite zu ziehen. Das funktionierte so gut, dass schließlich das russische Zarenreich das Zünglein an der Waage spielen konnte. Deutschlands Kanzler Otto von Bismarck intervenierte sozusagen auf den letzten Metern. Vor 150 Jahren, am 20. Mai 1875, unterzeichneten 17 Staaten die Meterkonvention.
Das zentrale Anliegen umschreibt der erste der 14 Artikel. Man sei darin übereingekommen, so heißt es da, „unter dem Namen ‚Internationales Mass- und Gewichtsbureau‘ ein wissenschaftliches und permanentes Institut mit dem Sitze in Paris auf gemeinschaftliche Kosten zu gründen und zu unterhalten“. Damit wurde das noch heute bestehende „Bureau International des Poids et Mesures“ die erste internationale wissenschaftliche Einrichtung überhaupt.
Aber warum taten sich der deutsche Kaiser, der Präsident der Vereinigten Staaten oder der Herrscher des Osmanischen Reichs überhaupt für ein solches Projekt zusammen? Einen Teil der Antwort lieferte Johannes Hoppe-Blank in den 1970er-Jahren in einem Aufsatz für die Physikalisch-Technische Bundesanstalt in Braunschweig. Bis ins 19. Jahrhundert hinein galten allein in Deutschland bis zu 30 verschiedene Längeneinheiten mit der Bezeichnung „Fuß“.
Das ließ zunächst vor allem Naturwissenschaftler und Erbauer von Kirchen und Palästen verzweifeln. Der britische Architekt Christopher Wren – unter seiner Ägide wurde im 17. Jahrhundert die St. Paul’s Cathedral in London errichtet – unternahm erste Versuche, diesem Irrsinn ein Ende zu bereiten. Während der Französischen Revolution ging die Initiative auf die Franzosen über. Im Jahr 1799 wurde den Abgeordneten der Nationalversammlung ein Platinstab auf einem Samtkissen präsentiert mit den Worten: „Das ist der echte Meter, der Urmeter.“ Dieser Urmeter sollte dem zehntmillionsten Teil der Strecke vom Nordpol zum Äquator entsprechen. Und weil sie gerade schon dabei waren, bestimmten die Franzosen gleich auch noch ein Urkilogramm.
Mit der im Zuge der Industrialisierung weiter fortschreitenden Vernetzung der Welt wurde ein einheitliches Maß- und Gewichtssystem auch wirtschaftlich immer interessanter. Ein weiterer Grund für den Abschluss der Meterkonvention. Urmeter und Urkilogramm – im „Bureau International des Poids et Mesures“ im Pariser Vorort Sèvres aufbewahrt – wurden seither in immer mehr Staaten zum Maß fast aller Dinge.
Inzwischen braucht es für diese und andere Maßeinheiten keine „Vorlage“ mehr. Sie werden durch nach heutigem Wissensstand unabänderliche Naturkonstanten ermittelt. Beim Meter ist das die Lichtgeschwindigkeit. Dabei wird die Strecke, die Licht in einer Sekunde zurücklegt, durch 299.792.458 geteilt.
Miträtseln und gewinnen!
Herzlichen Glückwunsch an die Gewinner der Februarausgabe: Katja Güldner Werksgruppe Bayer Berlin, Silke Schuchardt, Werksgruppe Sanofi Aventis, und Dr. Herbert Königsmann, Werksgruppe 3M Gendorf. Für diese Ausgabe ist der Einsendeschluss der 15. Mai 2025. Nach Ablauf der Frist wird die Lösung auf der VAA-Website eingestellt. Das Lösungswort bezeichnet wieder einen Begriff aus den Naturwissenschaften. Die Lösung des Sudokurätsels wird ebenfalls im Internet eingestellt. Bitte Rückmeldungen per E-Mail (redaktion@), Fax (+49 221 160016) oder Post an die VAA-Geschäftsstelle Köln (Mohrenstraße 11 – 17, 50670 Köln) senden. Unter den richtigen Einsendungen werden drei VAA-Mitglieder gezogen, die jeweils einen Wunschgutschein im Wert von 25 Euro erhalten. vaa.de
Personalia aus dem VAA: Caecilia Geismann verstärkt Presseteam
Zuwachs in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim VAA: Seit Februar 2025 verstärkt Caecilia Geismann als Volontärin das Team in der Kölner Geschäftsstelle. Die gebürtige Rheinländerin kam nach ihrem Abitur und Bachelorstudium in Deutsch und Geschichte nach Köln, um ihren Master in professionellem Schreiben zu absolvieren. Während ihrer Schulzeit und darüber hinaus engagierte sie sich ehrenamtlich für Kinder und Jugendliche in Berlin. In ihrer Kölner Studienzeit arbeitete sie für eine NGO und schrieb sowohl für private als auch öffentliche Zwecke einige Texte, sodass sie das Redaktionsteam ebenfalls mit ihrer Erfahrung unterstützen wird.
VAA in tiefer Trauer um Hans-Peter Witschel
Ende Januar 2025 ist das ehemalige VAA-Vorstandsmitglied Hans-Peter Witschel im Alter von 85 Jahren verstorben. Über viele Jahrzehnte engagierte sich der gelernte Kaufmann in verschiedenen Funktionen für den Verband und war ein geschätztes Mitglied der gesamten VAA-Community. „Hans-Peter Witschel hat dabei geholfen, den VAA in den ereignisreichen Jahren von 1988 bis 1995 als Vorstandsmitglied und Schatzmeister erfolgreich auf Kurs zu halten“, erinnert sich VAA-Hauptgeschäftsführer Stephan Gilow. „Bis zuletzt hat er sich als Vorsitzender der Werksgruppe Hoechst/Pensionäre unternehmensübergreifend für die Belange der VAA-Mitglieder in der Altersgruppe 60plus eingesetzt.“
Witschels berufliche Laufbahn war geprägt von großer fachlicher Expertise und leidenschaftlichem ehrenamtlichen Engagement. Als leitender kaufmännischer Angestellter bei der ehemaligen Hoechst AG tätig, war Hans-Peter Witschel schon während seines Berufslebens einer der Aktivposten in der Werksgruppenarbeit und gehörte stets zu den erfolgreichsten VAA-Mandatsträgern bei der Mitgliederwerbung. Doch auch nach seinem Eintritt in den Ruhestand blieb der Träger der Goldenen Ehrennadel dem Verband eng verbunden und brachte seine Erfahrung ein, beispielsweise als Vorsitzender der VAA-Landesgruppe Hessen von 2012 bis 2021.
„Sein Wirken bleibt unvergessen, ebenso seine Kollegialität und sein Fachwissen, mit dem er unser Netzwerk bereichert hat“, würdigt VAA-Hauptgeschäftsführer Gilow Hans-Peter Witschels Lebenswerk. „Besonders seine sachliche und lösungsorientierte Art wurde von Weggefährten und Mitgliedern unseres Verbands gleichermaßen geschätzt“, bestätigt Gilow. „Bis vor Kurzem war Hans-Peter Witschel ein Stammgast auf unseren Delegiertentagungen und Jahreskonferenzen.“ Dabei habe er sich stets aktiv eingemischt und den Diskurs mit seinem scharfen, analytischen Sachverstand vorangetrieben. „Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie und seinen Angehörigen“, betont Stephan Gilow. „Hans-Peter Witschels vorbildliches Engagement und sein Wissen werden uns fehlen.“
Schreiben Sie uns!
Ein lebendiges Magazin lebt nicht zuletzt vom lebhaften Meinungsaustausch seiner Leser. Aus diesem Grund möchten wir Ihnen mit dem VAA Magazin nicht nur eine hoffentlich angenehme und interessante Lektüre, sondern auch ein Forum für Diskussionen, Kritik und Anregungen bieten. Hat Ihnen etwas überhaupt nicht gefallen? Oder vielleicht besonders gut? Schreiben Sie uns! Konstruktiv, kontrovers, kritisch – ganz wie Sie mögen. Aber bitte vergessen Sie dabei nicht, auch Ihren Namen und Ihre Anschrift anzugeben.
Grundsätzlich gilt: Zuschriften sind uns stets willkommen – egal ob elektronisch an redaktion@ oder per Post (VAA Magazin, Mohrenstraße 11 – 17, 50670 Köln), ganz gleich zu welchem Thema. Wir bitten jedoch um Ihr Verständnis, dass aus Platzgründen nicht jeder Leserbrief veröffentlicht werden kann. Die Redaktion des VAA Magazins behält sich daher vor, Leserbriefe gegebenenfalls zu kürzen und eine Auswahl zu treffen. Es sei Ihnen aber versichert: Jeder Brief wird von der Redaktion gelesen, ausgewertet und zu Herzen genommen. Ob positiv oder negativ: Wir sind dankbar für Ihr Feedback! vaa.de
Wichtige Termine für 2025
- 03.04.2025 Sitzung VAA-Landesgruppe Niedersachsen, digital
- 11.04.2025 Vorstandssitzung, digital
- 28.04.2025 FKI-Seminar „Prozesse und Menschen zum Erfolg führen“, digital
- 09.05.2025 Vorstandssitzung, Essen
- 09. – 10.05.2025 Delegiertentagung, Essen
- 19.05.2025 FKI-Seminar „Beruf, Familie und Freunde“, digital
- 20.05.2025 FKI-Seminar „Konflikte erkennen und erfolgreich bewältigen“, digital
- 21.05.2025 FKI-Seminar „KI effektiv einsetzen“, digital
- 03.06.2025 FKI-Seminar „Effizienz und Effektivität im Tagesgeschäft“, digital
- 23.06.2025 FKI-Seminar „Gedächtnistraining“, digital
- 27. – 28.06.2025 Klausurtagung, Düsseldorf
- 07.07.2025 FKI-Seminar „Hochproduktiv arbeiten“, digital
- 25.08.2025 FKI-Seminar „Prioritäten setzen und umsetzen“, digital
- 12.09.2025 VAA-connect-Veranstaltung bei Evonik, Essen
- 26. – 27.09.2025 Aufsichtsrätetagung, Aachen
- 07.11.2025 Sitzung VAA-Führungskreis, Essen
- 07. – 08.11.2025 Jahreskonferenz und Verleihung des Exzellenzpreises der VAA Stiftung, Essen
Aktuelle Informationen zu den Terminen sowie den konkreten Durchführungsformaten finden sich unter www.vaa.de, auf der Mitgliederplattform MeinVAA unter mein.vaa.de und auf der Website des Führungskräfte Instituts (FKI) unter www.fki-online.de.
Vorschau auf die Ausgabe Juni 2025
- Verband: Delegiertentagung in Essen
- Branche: Auswertung der Einkommensumfrage
- Vermischtes: Erfindung des Geldautomaten
Impressum
Verlag: Verband angestellter Akademiker und leitender Angestellter der chemischen Industrie e. V., Mohrenstraße 11 – 17, 50670 Köln, Tel. +49 221 160010, Fax +49 221 160016, info@vaa.de, www.vaa.de. Der Bezug des VAA Magazins ist im Mitgliedsbeitrag enthalten.
Chefredaktion: Timur Slapke.
Redaktion: Caecilia Geismann, Christoph Janik, Ursula Statz-Kriegel, Simone Leuschner (Bild- und Spezialredaktion).
Redaktion ULA Nachrichten: Klaus Bernhard Hofmann, Ludger Ramme, Michael Schweizer (verantwortlicher Redakteur), Matilda Wriske.
Schlussredaktion: Timur Slapke.
Korrektorat: Caecilia Geismann, Ursula Statz-Kriegel, Timur Slapke.
Redaktionsbeirat: Stephan Gilow, Dr. Birgit Schwab.
Anzeigen: Ursula Statz-Kriegel, redaktion@ (VAA); Rohat Akarcay, vaa.der.akarcay@ (Köllen Druck+Verlag). Es gilt die koellen.deAnzeigenpreisliste vom Oktober 2024.
Druckauflage: 24.000; Erscheinungsweise: sechsmal jährlich.
Gestaltung und Layout: Ina Brocksieper.
Druck: Köllen Druck+Verlag, Bonn-Buschdorf.
In namentlich gekennzeichneten Gastbeiträgen und Leserbriefen geäußerte Ansichten geben nicht die Meinung der Redaktion wieder. Gleiches gilt für dem VAA Magazin beigelegte Werbebroschüren.
Im VAA Magazin werden nach Möglichkeit diskriminierungssensible Formulierungen verwendet. Aus Gründen der Lesbarkeit kommt in Ausnahmefällen das generische Maskulinum zum Einsatz. Damit sind jedoch grundsätzlich alle Geschlechter und Geschlechtsidentitäten gemeint.